Big Open Data

Big Data, Open Data und Open Government sind nicht dasselbe. Sie sind aber mit einander verwandt (Gurin, 2013). Mit Open Data sind frei zugängliche, in offenen Standards zur Verfügung gestellte und zur weiteren Nutzung freigegebene Daten gemeint. Open Data kann von der Verwaltung (Open Government Data) aber auch von Wissenschaft, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen (NGO) oder Privatpersonen praktiziert werden. In der Regel geht es bei Open Data um nicht-personenbezogene Daten oder zumindest anonymisierte Daten (Matzat, 20011).

Ein Abgrenzungsversuch hat Gurin (2013) mit untenstehender Grafik gemacht.

Venn-in-JPEG

Abb.1: Joel Gurin. Quelle: opendatanow.com

Open Data aus verschiedenen Quellen miteinander verknüpft kann interessante Aufschlüsse bieten. Vermehrt kann man daher von Big Open Data sprechen. Zwei Projekte, die an Big Open Data angrenzen, stelle ich hier vor.

Wenn der Staat nichts tut

Nach der Dreifachkatastrophe mit nuklearer Verseuchung in Japan im März 2011, haben die japanischen Behörden nur spärlich Informationen über die Strahlenbelastung bekannt gegeben. Dies führte dazu, dass sich die Open Data Gruppe Safecast für mehr Transparenz einzusetzen begann und die Strahlenmessung kurzerhand selbst in die Hand nahm. Safecast verknüpfte für die Messung einen Geigerzähler mit GPS, Software und einem Speichermedium. Die betroffenen Regionen wurden für die Messungen mit dem Auto abgefahren. Die von Safecast gesammelten Daten wurden frei als Open Data veröffentlicht. So entstand zum Beispiel mit viel Aufwand eine virtuelle Karte in der die tagesaktuellen Messdaten mit Google Maps verknüpft wurden. Diese Karte wird immer noch aktualisiert und die japanische Bevölkerung kann sich so über die aktuelle Strahlenbelastung informieren. (Dauerer, 2011)

Wenn der Gartenumbau für £ 12’000 vom Steuerzahler bezahlt wird

Die britische Journalistin Heather Brooke sah sich mit einem ganz anderen Big Open Data Problem konfrontiert. Jahrelang kämpfte sie dafür, dass die Spesenabrechnungen aller britischen Parlamentarier für alle zugänglich gemacht werden. Das Parlament hatte die Veröffentlichung zwar vehement bekämpft, ein Gerichtsentscheid gab ihr aber Recht. Aber erst durch einen Whistleblower hat sie die einzeln eingescannten Spesenbelege von 700’000 Seiten erhalten. So waren zwar alle Daten öffentlich jedoch unübersichtlich, da weder nach Politiker noch sonst wie geordnet. Mit Hilfe einer Crowdsourcing-Webseite und vielen aktiven Bürgern konnte Brooke zusammen mit dem Guardian schliesslich viele Spesenbelege den einzelnen Parlamentariern zuordnen, was zu einigen Rücktritten und sogar zu Gerichtsverfahren und Gefängnisstrafen führte. Kein Wunder, die Abrechnung für den Umbau des privaten Gartens für £ 12’000 sollte nun wirklich nicht von den Steuereinnahmen des Staates bezahlt werden (Rayner, 2009).
Die ganze Geschichte kann im TED-Talk von Brookse nachgehört werden.

 

Big Data ist auch auf unserer Seite

Die vorgestellten Projekte zeigen die Datensammelwut von einer anderen Seite. Die Beispiele belegen, dass nicht nur Wirtschaft und Staat von Big Data profitieren, sondern auch wir Bürger. Dazu braucht es nur kreative und technisch begabte Menschen, die mit Open Data und Big Open Data Dinge zu Tage tragen, die in der Flut der Nullen und Einsen nicht ersichtlich gewesen wäre.

(Autorin: E. A. Maurer)

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Eine Antwort zu Big Open Data

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