Für die Werbung sind wir ein offenes Buch

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass viele der Werbefenster, die Sie auf den verschiedensten Webseiten stören, meistens Werbung angezeigt wird, die Ihren Interessen entsprechen? Wenn nicht, können wir Ihnen zwei kleine Experimente mit grossem Effekt anbieten. Für das erste besuchen Sie die Webseite von Timbuk2. Vertreiben Sie sich ein wenig die Zeit, in dem Sie sich eine eigene Tasche kreieren oder schauen Sie sich bereits designte Taschen an. Wichtig ist, dass sie einige Zeit auf der Webseite verweilen. Nun verhalten Sie sich im Internet wie immer, achten aber auf die Werbefenster. Bei wem erscheint nun zum Beispiel auf Facebook Werbung für Timbuk2 Taschen? Es geht aber noch unheimlicher. Sehen Sie sich auf Zalando ein paar Kleidungsstücke etwas genauer an. Vergrössern Sie die einzelnen Bilder des Produkts, lassen Sie sich das gewählte Stück in anderen Farben anzeigen. Ich wette mit Ihnen, sobald Sie das nächste Mal irgendwo im Internet einer Zalando Werbung begegnen wird das von Ihnen zuvor begutachtete Produkt in der Anzeige enthalten sein (Hill 2012) .

Die oben genannten Beispiele stehen exemplarisch dafür, wie Big Data die gesamte Werbebranche verändert. Statt wahllos mit Werbung überhäuft, sollen wir nur noch die Werbung zu Gesicht bekommen, die auch zu uns passt.

Eine gute Übersicht über Big Data im Marketingbereich bietet das folgende Video von IBM:

Auch Empfehlungen wie andere Kunden kauften ebenfalls basieren auf Datenanalysen. So benutzt zum Beispiel Amazon für seine Buchempfehlungen eine Mischung aus alten und neuen Kundendaten umso das ideale Buch zu einem individuellen Kundenprofil zu finden (Mayer-Schönberger 2013, S.140).

Big Data kommt aber nicht nur im Online-Marketing zur Anwendung. Bereits in unserem ersten Blogeintrag haben wir den Fall aus den USA erwähnt, bei denen ein Vater von der Schwangerschaft seiner minderjährigen Tochter vom örtlichen Supermarkt erfahren hatte. Der Supermarkt hatte zuvor durch die Analyse des Kaufverhaltens ein geändertes Kaufverhalten von Kundinnen zu Beginn einer Schwangerschaft festgestellt. Da die Tochter des Mannes ebenfalls das spezifisch geänderte Kaufverhalten einer schwangeren Frau aufwies, was es aus Sicht des Supermarktes nur logisch, ihr Werbung für Produkte für während und nach der Schwangerschaft zukommen zu lassen.

Um Nutzen aus der Analyse vorhandener Daten zu ziehen, müssen Verkäufer wie Supermärkte nicht einmal persönliche Profile erstellen. So reicht es wenn Relationen zwischen den Verkaufszahlen und Einflüssen von aussen erstellt werden können. So fand man in Amerika heraus, dass immer dann mehr Pop Tarts verkauft werden, wenn für eine bestimmte Region eine Hurrikan-Warnung herausgegeben wurde. Um den Umsatz mit den Pop Tarts zu steigern, wurden diese im Falle eines herannahenden Hurrikans einfach neben anderen Notfallprodukten gelagert (Mayer-Schönberger 2013).

Wie überall, gäbe es auch hier noch viele Beispiele um den Einfluss von Big Data auf die Werbung aufzuzeigen. Zudem warten viele Anwendungen noch darauf, entdeckt zu werden. Wer erzählt schliesslich, wie er seine Kunden bewirbt und bezirzt, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit von (potentiellen) Kunden auf sich zu ziehen. Denn eines ist erwiesen, Kunden die sich ausgespäht und überwacht fühlen sind aus marketingtechnischer Sicht schlechte Kunden.

 

(Autorin: N. Christen)

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