Woher stammen die Daten für Big Data?

Um Daten zu kombinieren müssen zuerst Daten gesammelt werden. Woher stammen also die Daten für Big Data?

In der heutigen (westlichen) Welt ist es so gut wie unmöglich, sich zu bewegen ohne Spuren zu hinterlassen. Wir stehen entgegen der Annahme vieler Nichttechnikversierten nicht nur im Internet unter ständiger Beobachtung sondern auch in unserem offline Leben. Die Vorgehensweise, wie Firmen und Regierungen an unsere Daten kommen, ist so simpel wie effektiv.

Zu den grössten Überwachungsfaktoren heutzutage gehören unsere (Mobil-)Telefone. Wer besitzt kein Smartphone oder Mobiltelefon? Die Netzbetreiber zeichnen nebst unseren Gesprächsdaten (mit wem telefonieren wir wann und wie häufig) auch unseren SMS-Verkehr auf. Bewegt sich ein Mobiltelefon, resp. dessen Besitzer, wechselt das Mobiltelefon ständig die Mobilfunkmasten, wodurch die genaue Route nachverfolgt werden kann. In der Schweiz (wie in der EU) müssen die so entstandenen Daten von den Netzbetreibern mindestens 6 Monate aufbewahrt und im Falle eines Ermittlung den Staatlichen Behörden bekannt gegeben werden. (Digitale Gesellschaft)

Die Smartphones werden zudem durch installierte Apps auspionierbar. Viele Apps lesen den sogenannten Telefonstatus des Smartphones aus. Sie überwachen also sämtliche Handlungen, die wir auf unseren Smartphones machen

Ebenfalls auf Schritt und Tritt überwacht werden wir im Internet. Nebst den bereits erwähnten Netzbetreibern werden wir hier von Webbrowsern, Webdiensten, Cookies, Geheimdiensten, Firmen usw. beobachtet. Einzelne Anwendungen speichern aber von Natur aus, Daten über uns. Facebook weiss, was uns gefällt und wer unsere Freunde sind. Youtube weiss, welche Filme wir gerne schauen und Amazon weiss, was wir gerne kaufen (und bereits gekauft haben), dies sei nur erwähnt, um einige Beispiele zu nennen. Anders als bei den Netzbetreibern, die auch hier vom Staat dazu verpflichtet sind unsere Daten aufzubewahren, ist bei den übrigen Überwachern nicht klar, wie lange sie unsere Daten aufbewahren, ganz zu schweigen den davon, was sie mit ihnen machen.

Aber auch abseits von Smartphones, Computern und Internet werden unsere Handlungen aufgezeichnet. Wer hat nicht mindestens eine Kundekarte im Portemonnaie? Detailhändler, Warenhäuser und Läden machen uns weise, die Kundenkarte sei in unserem Interesse und wir seien diejenigen die profitieren (was durch Aktionen, Treuepunkte usw. auch durchaus sein kann). Wenigen ist jedoch bewusst, womit wir für diese Vorteile bezahlen. Mit der Kundenkarte lässt sich nämlich das genaue Kaufverhalten einer Person / eines Haushaltes nachverfolgen. Ähnlich steht es beim Gebrauch von Bankkarten. Jede Transaktion, jedes Geldabheben wird gesichert.

Einigen Überwachungen lassen wir freiwillig über uns ergehen. Wer zwingt uns schon dazu, eine Kundenkarte vom Supermarkt um die Ecke zu gebrauchen?

Wie steht es aber mit den Aufnahmen von Überwachungskameras in öffentlichen Räumen? Bahnhöfe können nur bedingt gemieden werden. Kameras befinden sich aber auch in Läden, auf Privatgrundstücken, an Bancomaten und an vielen anderen Plätzen. Heute kann es sogar vorkommen, dass die Polizeistreife mit einer Kamera ausgerüstet ist (so etwa in Frankfurt) oder auch Autos verkehren immer häufiger mit sogenannten Dashcams. Da wir gerade vom Auto sprechen Vielfach ist heute ein GPS standardmässig in neuen Fahrzeugen installiert. Nebst dem, dass sie uns den Weg zeigen, zeichnen sie auf, wo wir genau durchfahren.

Zudem dürfen wir nicht alldiejenigen Menschen vergessen, die freiwillig Daten von sich preisgeben. Dies kann über jeden nur erdenklichen Kanal erfolgen und unterschiedliche Dimensionen annehmen. So vermisst zum Beispiel die Quantified-Self Bewegung ihr gesamtes Leben.

Nehmen wir abschliessend an, dass Firma XY für ihre Big Data-Projekt die Informationen A, B und C benötigt. A und B kann sie problemlos selbst erspähen, bei C gelänge dies aber nicht ohne grossen Aufwand. Zufälligerweise, weiss XY aber, dass die Firma UV genau die Daten C besitzt. Was steht also einem Handel oder vielleicht einem Datentauch noch im Wege?

(Autorin: N. Christen)


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2 Antworten zu Woher stammen die Daten für Big Data?

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